Кристина Орбакайте

Angelika Varum (bürgerlicher Name — Maria Yuryevna Varum; geboren am 26. Mai 1969 in Lviv) ist eine sowjetische und russische Sängerin, Songwriterin und Schauspielerin. Große Bekanntheit erlangte sie Anfang der 1990er-Jahre mit den Songs «Гуд бай, мой мальчик», «Ля-ля-фа», «Городок», «Художник, что рисует дождь», «Осенний джаз» und «Зимняя вишня». In verschiedenen Phasen ihrer Karriere bewegte sich ihre Musik zwischen Pop, Jazz-Einflüssen, Lounge, Bossa Nova und intimerem Singer-Songwriter-Material.
Eine wichtige Rolle in Varums früher Karriere spielte ihr Vater, der Komponist und Arrangeur Yuri Varum, der die Musik zu vielen Songs ihrer ersten Alben schrieb. Seit Ende der 1990er-Jahre ist ein bedeutender Teil ihrer künstlerischen Biografie außerdem mit Leonid Agutin verbunden: Die beiden Künstler nahmen Duette, ein gemeinsames Album und Konzertprogramme auf, behielten dabei jedoch ihre eigenständigen Solokarrieren bei.
Kindheit in Lviv
Maria Varum wurde in Lviv in eine musikalisch-theatralische Familie hineingeboren. Ihr Vater Yuri Varum war Komponist und Arrangeur, ihre Mutter Galina Shapovalova arbeitete am Theater.
Aufgrund der Tourneetätigkeit ihrer Eltern verbrachte Maria einen großen Teil ihrer Kindheit bei ihrer Großmutter. Musik lernte sie zu Hause: Sie spielte Klavier, später auch Gitarre und begann zu singen.
Ihr Vater bestand nicht auf einer traditionellen Ausbildung an einer Musikschule und unterrichtete seine Tochter lieber selbst. Dadurch sammelte Varum schon früh praktische Erfahrung im Umgang mit Songs und Arrangements, obwohl sie keine systematische Konservatoriumsausbildung erhielt.
Umzug nach Moskau
Nach dem Schulabschluss zog Varum nach Moskau und versuchte, an der Schtschukin-Theaterschule aufgenommen zu werden, bestand jedoch die Aufnahmeprüfungen nicht.
Anschließend begann sie im Studio ihres Vaters zu arbeiten. Sie nahm Backing Vocals auf, beteiligte sich an Studiosessions und lernte schrittweise den professionellen Aufnahmeprozess kennen.
In dieser Phase reifte der Entschluss, eine Solokarriere zu beginnen.
«Полуночный ковбой» und der Beginn der Solokarriere
Einer der ersten Songs, mit denen Varum im Fernsehen auftrat, war «Полуночный ковбой». 1989 wurde der Titel in der Sendung «Утренняя почта» ausgestrahlt.
Zu Beginn ihrer professionellen Karriere wählte die Sängerin den Künstlernamen Angelika Varum, unter dem sie dem Publikum bekannt wurde.
Die ersten Songs entstanden überwiegend in Zusammenarbeit mit Yuri Varum und Textern, die mit seiner Musik arbeiteten. Bereits damals zeichnete sich Varums charakteristische Art zu singen ab — ein ruhiger Gesang ohne betonte Bühnenpathos, mit besonderer Aufmerksamkeit für Melodie und Text.
«Good Bye, мой мальчик»
1991 erschien ihr Debütalbum «Good Bye, мой мальчик». Es enthielt frühe Songs von Varum, darunter «Полуночный ковбой» und den Titelsong.
Das Material entsprach dem Popstil an der Wende von den 1980er- zu den 1990er-Jahren, unterschied sich jedoch bereits von der dramatischeren Gesangsweise vieler populärer Sängerinnen jener Zeit.
Das Album markierte den Beginn von Varums regelmäßiger Solodiskografie.
«Ля-ля-фа» und «Городок»
Das zweite Studioalbum «Ля-ля-фа» erschien 1993 und wurde zu einer der wichtigsten Veröffentlichungen ihrer frühen Karriere.
Es enthielt «Ля-ля-фа», «Городок», «Художник, что рисует дождь» und weitere Songs.
«Городок» wurde später zur musikalischen Schlussmelodie der gleichnamigen Fernsehsendung mit Ilya Oleynikov und Yuri Stoyanov. Dadurch war der Song über viele Jahre regelmäßig im Fernsehen zu hören.
Auch «Ля-ля-фа» prägte Varums wiedererkennbares Bühnenimage der Mitte der 1990er-Jahre.
«Осенний джаз»
1995 erschien das Album «Осенний джаз». Den Titelsong schrieb Yuri Varum zu einem Text von Kirill Krastoshevsky.
Im Vergleich zu ihren früheren Aufnahmen wurden Jazz-Einflüsse und ein intimerer Popstil in den Arrangements deutlicher. Neben «Осенний джаз» enthielt das Album «Нарисуй любовь», «Небо», «Скажи, что любишь» und weitere Songs.
Diese Phase fiel mit einer zunehmenden professionellen Anerkennung Varums bei russischen Musikpreisen zusammen. Mitte der 1990er-Jahre gehörte sie zu den Preisträgerinnen des nationalen Musikpreises «Овация».
«В двух минутах от любви»
1996 erschien das Album «В двух минутах от любви». Der Titel wird gelegentlich fälschlicherweise als «В двух шагах от рая» angegeben, doch die offizielle Bezeichnung der Veröffentlichung lautet «В двух минутах от любви».
Das Album enthielt zwölf Titel, darunter «Не сегодня», «Ни ответа, ни привета», «Поэт», «В домике у океана» und den Titelsong.
Die Platte setzte Angelika Varums Zusammenarbeit mit ihrem Vater und den Autoren fort, die an ihrem frühen Repertoire beteiligt waren.
«Зимняя вишня»
Ebenfalls 1996 erschien das eigenständige Studioalbum «Зимняя вишня».
Der Titelsong wurde zu einem der bekanntesten Songs Varums aus den 1990er-Jahren. Das Album enthielt außerdem «Розовый зайчик», «Очаровашка», «Я и ты», «Белая песня», «Другая женщина» und weitere Aufnahmen.
«Зимняя вишня» war somit kein Bestandteil des Albums «В двух минутах от любви» — es handelt sich um zwei eigenständige Veröffentlichungen aus derselben Phase.
Theater und der Preis «Чайка»
1997 wandte sich Varum erstmals ernsthaft dem dramatischen Theater zu. Regisseur Leonid Trushkin lud sie für die Inszenierung «Поза эмигранта» nach einem Stück von Hanna Slutsky ein.
In der Produktion wirkten außerdem Lyudmila Gurchenko, Armen Dzhigarkhanyan, Yevgenia Simonova und Olga Volkova mit.
Für ihre Arbeit in der Inszenierung erhielt Varum den Theaterpreis «Чайка» in der Kategorie «Диагноз: актёр», die für einen Darsteller vorgesehen war, der kein professioneller Schauspieler des Sprechtheaters war.
Leonid Agutin und die ersten Duette
Ende der 1990er-Jahre begann die kreative Zusammenarbeit zwischen Angelika Varum und Leonid Agutin.
Zu ihren ersten gemeinsamen Songs gehörten «Королева» und «Февраль». Sie entstanden während der Arbeit an Varums Album «Только она…».
Gemeinsame Auftritte entwickelten sich nach und nach zu einer dauerhaften Konzert- und Studiopartnerschaft. Gleichzeitig veröffentlichten beide Künstler weiterhin eigenes Material.
«Только она…»
Das Album «Только она…» erschien 1999 und nicht 1998, wie in späteren Diskografie-Nachdrucken gelegentlich angegeben wird.
Es markierte den Übergang zwischen Varums früher Phase, die eng mit der Musik von Yuri Varum verbunden war, und ihrer späteren Zusammenarbeit mit einem breiteren Kreis von Autoren und Arrangeuren.
Das Album enthielt auch die ersten bedeutenden Duettaufnahmen mit Leonid Agutin.
«Небо в алмазах»
1999 spielte Varum eine der Hauptrollen in Vasily Pichuls Film «Небо в алмазах».
Ihre Figur hieß Vika. Neben Varum waren Nikolai Fomenko, Alla Sigalova, Valentin Gaft, Garik Sukachyov, Alexander Semchev und Anna Mikhalkova in dem Film zu sehen.
Trotz ihrer Erfahrungen in Theater und Film entwickelte sich die Schauspielerei nicht zu einem eigenständigen dauerhaften Schwerpunkt ihrer Karriere.
«Служебный роман»
1999 veröffentlichten Angelika Varum und Leonid Agutin das gemeinsame Album «Служебный роман».
Gemeinsame Projekte von Agutin und Varum wurden auch in den folgenden Jahrzehnten fortgesetzt, während beide ihre jeweils eigene Diskografie beibehielten.
«Стоп, любопытство!»
2002 erschien das Soloalbum «Стоп, любопытство!».
Es unterschied sich deutlich vom Pop der frühen 1990er-Jahre: Die Arrangements enthielten mehr Jazz-, Lounge- und elektronische Elemente, während Varums Gesangsweise zurückhaltender wurde.
Das Album enthielt «Стоп, любопытство!», «Не уходи далеко» und weitere Songs.
«Музыка»
Nach mehreren Jahren Arbeit an neuem Material erschien 2007 das Doppelalbum «Музыка».
Die Aufnahmen entstanden über mehrere Jahre hinweg in russischen und amerikanischen Studios. Das Projekt enthielt sowohl neue Kompositionen als auch Material aus der gemeinsamen Arbeit von Varum und Agutin.
Im selben Zeitraum erhielt das Duett «Две дороги, два пути» den Preis «Золотой граммофон».
«Если он уйдёт»
2009 veröffentlichte Varum das Album «Если он уйдёт».
Auf dieser Platte trat sie deutlicher nicht nur als Interpretin, sondern auch als Texterin in Erscheinung. Zudem arbeiteten neue Komponisten und Arrangeure mit, die zuvor nicht Teil ihrer Diskografie gewesen waren.
Für die Songs «Если он уйдёт» und «Давай забудем всё» wurden Musikvideos gedreht.
«Сумасшедшая»
2013 erschien das Album «Сумасшедшая».
Die Platte enthielt dreizehn Titel. Neben neuem Material wurden aktualisierte Versionen von «Пожара», «Лао», «Стоп, любопытство!» und «Зимней вишни» aufgenommen.
Der Titelsong «Сумасшедшая» hatte einen deutlich stärker dance-orientierten Sound als viele ihrer vorherigen Arbeiten.
«Женщина шла» und Igor Krutoy
2016 veröffentlichte Varum das Album «Женщина шла», das in Zusammenarbeit mit dem Komponisten Igor Krutoy entstand.
Krutoy schrieb die Musik für das Projekt, während Angelika Varum die russischsprachigen Texte verfasste. Die Arbeit entstand aus ihrer Zusammenarbeit an Songs, die Krutoy ursprünglich für anderes Repertoire komponiert hatte.
Das Album enthielt «Женщина шла», «Моя любовь», «Голос», «Твой свет», «Когда я закрываю глаза», «Мадемуазель Хайд» und weitere Songs.
«На паузу»
Im November 2018 erschien das aus zehn Titeln bestehende Album «На паузу».
Den Titelsong nahm Varum gemeinsam mit Leonid Agutin auf. Das Album setzte ihre Entwicklung vom traditionellen Pop hin zu einem intimeren modernen Klang fort.
Die Veröffentlichung zeigte, dass die Sängerin nach «Сумасшедшая» weiterhin vollständige Studioalben produzierte.
«Грустная bossa»
Am 30. Oktober 2020 erschien das Album «Грустная bossa».
Alle zehn Songs des Projekts wurden von einer Autorin geschrieben, die unter dem Namen Садо arbeitet — Nadezhda Novosadovich. Die musikalische Grundlage des Albums bildet Bossa Nova in Verbindung mit sanftem Pop und intimen Arrangements.
Die Platte unterscheidet sich deutlich von Varums früher Diskografie: Große Pop-Refrains und tanzorientierte Arrangements fehlen weitgehend, während Stimme, Text und die rhythmische Grundlage des Bossa Nova im Mittelpunkt stehen.
Spätere Songs
Nach «Грустная bossa» veröffentlichte Varum weiterhin einzelne Songs.
2023 erschien die Single «Эта девочка».
2025 nahmen Angelika Varum und Leonid Agutin das neue Duett «Я не тот, ты не та» auf. Der Song erschien auf Agutins Album «Н.В.Л.», zudem wurde ein Musikvideo dazu gedreht.
Angelika Varum und Leonid Agutin
Die kreative Zusammenarbeit zwischen Varum und Agutin begann Ende der 1990er-Jahre und entwickelte sich mit der Zeit auch zu einer familiären Verbindung.
Am 9. Februar 1999 wurde ihre Tochter Elizaveta geboren. Im Jahr 2000 heirateten Angelika Varum und Leonid Agutin offiziell.
Elizaveta wandte sich später ebenfalls der Musik zu, schreibt Songs und tritt als eigenständige Künstlerin auf.
Im Laufe ihrer gemeinsamen Arbeit nahmen Varum und Agutin «Королева», «Февраль», «Если ты когда-нибудь меня простишь», «Две дороги, два пути», «Как не думать о тебе», «На паузу», «Я не тот, ты не та» und weitere Songs auf.
Songwriting
In der frühen Phase schrieb Angelika Varums Vater Yuri Varum einen großen Teil der Musik für sie. Mit ihm verbunden sind «Городок», «Осенний джаз», «Художник, что рисует дождь» und weitere Songs aus den 1990er-Jahren.
Mit der Zeit nahm Varums eigener Anteil an der Entstehung ihres Materials zu. Sie begann Texte zu schreiben, an der Produktion mitzuwirken und die Konzepte ihrer Alben mitzugestalten.
Am konsequentesten zeigte sich diese Seite ihrer Arbeit beim Projekt «Женщина шла», für das Varum russischsprachige Texte zu Igor Krutoys Musik schrieb.
Musikstil
Die Grundlage von Angelika Varums Schaffen bleibt Popmusik, ihr Katalog umfasst jedoch mehrere unterschiedliche Richtungen.
In den frühen Alben dominiert melodischer russischsprachiger Pop. Mitte der 1990er-Jahre traten deutlichere Jazz-Einflüsse hinzu. In den 2000er- und 2010er-Jahren kamen Elemente von Lounge, elektronischem Pop und komplexeren Studioarrangements hinzu.
«Грустная bossa» widmet sich gezielt dem Bossa Nova, während «Женщина шла» überwiegend auf Igor Krutoys intimer Popmelodik basiert.
Trotz aller Veränderungen in den Arrangements bleibt Varums zurückhaltende Gesangsweise ihr beständigstes Stilmerkmal: Sie verwendet nur selten forcierten Gesang und baut Songs meist um Intonation und Text herum auf.
Studiodiskografie
- 1991 — «Good Bye, мой мальчик»;
- 1993 — «Ля-ля-фа»;
- 1995 — «Осенний джаз»;
- 1996 — «В двух минутах от любви»;
- 1996 — «Зимняя вишня»;
- 1999 — «Только она…»;
- 2000 — «Служебный роман» mit Leonid Agutin;
- 2002 — «Стоп, любопытство!»;
- 2007 — «Музыка»;
- 2009 — «Если он уйдёт»;
- 2013 — «Сумасшедшая»;
- 2016 — «Женщина шла»;
- 2018 — «На паузу»;
- 2020 — «Грустная bossa».
Angelika Varums künstlerischer Weg umfasst mehrere unterschiedliche Phasen — vom Pop der frühen 1990er-Jahre und den Songs von Yuri Varum bis zur Zusammenarbeit mit Leonid Agutin, Igor Krutoy und Autoren intimerer Musik. Ihre Diskografie endete dabei nicht mit dem Album «Сумасшедшая»: Die späteren Veröffentlichungen «Женщина шла», «На паузу» und «Грустная bossa» bilden einen eigenständigen Teil ihrer späteren Karriere.










